Balance Workout

Ich hab’s gewusst, ich hab’s gewusst: Duftkerzen-Alarm in Reihe zwei. Der Typ der da steht heißt bestimmt „der Nobbi“. Solche Typen stellen immer ein Artikel vor ihre Namen, wenn sie sich vorstellen und zünden zu Dates, bei denen es veganes Essen gibt, so müffelndes Zeugs an.

Ja, ja, ich hab gut lästern, Neulich wäre ich doch beinahe von der Fashionpolizei beim Urban Streetdance verhaftet worden, heute könnte man hier aber auch 80% der Teilnehmer in den Modeknast stecken. Inklusive mir übrigens. Labbershirt, ausgeleierte Leggins, rote Socken. Aber das ist hier ja auch nicht „Style dich fit mit Heidi“, sondern was mit Balance.

Wir sollen erst mal stehen. Einfach nur stehen. Und spüren. Das Stehen. Also spüren wie wir so stehen. Nobbi macht natürlich gleich die Augen zu. Ich schau erstmal ob es etwas dabei zu beachten gibt, bei dem Stehen. Scheint nicht der Fall zu sein.
Also mache ich auch die Augen zu und spüre. Besonders spüre ich dabei meine vor Muskelkater schmerzenden Waden, bin aber unsicher, ob das zum Programm gehört.

Dann sollen wir mit geschlossenen Augen ganz leicht ein Bein anheben und wieder spüren, spüren, spüren. Dann das andere Bein. „Rums“ hinter mir ist eine umgekippt. Ich habe einfach die Augen geöffnet, bevor ich das Gleichgewicht verloren habe. Vielleicht ist das ein Zeichen, dass ich mich nicht auf die Entspannung und meine innere Mitte einlassen kann, ist mir aber gerade lieber, als umzufallen. Wir sind doch alle gebildete Menschen, die gewisse Kulturtechniken beherrschen hier. Rumstehen und umfallen, muss das sein? Hm vielleicht habe ich es auch nicht verstanden.

Anyway. Jetzt müssen wir bewusst atmen, stehen, die Augen schließen und dabei wieder das mit den Beinen machen. Hm tja, ich will nicht sagen, dass ich immer action brauche, aber vielleicht bin ich einfach nicht so „der Nobbi“ heute.

Es folgen einige Dehnübungen, bei denen wir bewusst in die Dehung reinatmen sollen. Das ist, angesichts meines Muskelkaters, gar nicht so schlecht und definitiv etwas, das ich nicht allein gemacht hätte, da habe ich mich lieber faul in die heiße Badewanne gelegt.

Dann geht es auf den Boden. Meine liebste Übung: liegen und  spüren. Ganze fünf Minuten sollten wir auf dem Rücken liegen und spüren und ich war schon im Halbschlaf, als es um mich herum unruhig wurde. Wir veränderten die Position und gingen in den Vierfüßlerstand. Hier sollten wir abwechselnd je einen Arm und ein Bein strecken.

Da wir uns aber nicht im Rückenkurs befanden, sondern im Balance Kurs, lief das ganze auf eine andere Übung hinaus, als der bloßen Kräftigung. Die Königsklasse war nämlich, Arm und Bein der selben Seite anzuheben, dabei den Körper aber nicht aufzuklappen, sondern einen gerade Rücken auf allen Vieren zu behalten.

Das hört sich leicht an? Dann bist Du entweder Nobbi, der hat es natürlich, dank seines bewussten Atem und dem Spüren hinbekommen, oder du hast es noch nicht versucht.

Der Nobbi heißt übrigens Ronald und hat mir Mut zugesprochen, dass ich da auch noch mal hinbekomme. Ronald ist, trotzdem auch dieser Name ganze Welten in meinem Kopfkino anwirft, ganz ok. Beim Rausgehen hat er eine Bifi gefuttert und ist mit einem Motorrad weggefahren. Wohl doch kein Veganer. Aber hey Bifi! Weiß der denn nicht, was da alles drin ist?

Fazit Balance Workout:
Es gab in meinem Leben schon Zeiten, zum Beispiel bei großer Trauer, da wäre so etwas genau richtig oder vielleicht sogar schon zuviel für mich gewesen. Wenn der Kurs zeitlich anders liegen würde, wären die Dehnübungen eine ganz gute Sache im Anschluss an einen anderen Kurs, ansonsten ist mir das zu viel Spüren und zu wenig Machen. Das Prinzip habe ich verstanden, aber so richtig Spaß hatte ich nicht.

Pro:
Das kann jeder und wer gerade am Anfang seiner sportlichen Aktivitäten steht, sollte sich vielleicht mal nach einem solchen Kurs umschauen. Es hilft eher dabei, den eigenen Körper kennen zu lernen, als ihn „nur“ zu trainieren.

Kontra:
Gibt es eigentlich nicht. Es ist einfach Geschmackssache und eine Frage des aktuellen Zustands, ob die Übungen einem gut tun oder nicht.

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Über Ulrike Bartos 368 Artikel
Mehr als 15 Jahre Erfahrung in den digitalen Medien, Media Marketing und Kommunikationsprofi. Inhaberin von miss BARTOZ und consulting für digitale Markenkommunikation, Content Marketing, freie Honorardozentin www.ulrikebartos.de

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