Hurra, Wampe wird jetzt Trend!

Liebe Leserinnen von miss BARTOZ,

auf der Rückfahrt von einem Vortrag, mit der typischen Zug-Lektüre ausgestattet, fällt es mir wieder ein: das neue Schönheitsideal, das es jetzt geben soll. Von dem neuen sexy Kuventrend ist jetzt die Rede und überhaupt, curvy ist jetzt cool.

Neben mir liegt die aktuelle Zeitschrift Grazia mit dem Titel: „Schluss mir dem Magerwahn. Hurra! Wie Rihanna und Co. mit ihren sexy Kurven einen neuen Trend setzten.“ Mit dabei: Kim Kardashian, Bar Refaeli, Kelly Brook, Rita Ora, Kate Upton, Katy Perry, Beyoncé, Jennifer Lawrence und Silvia Meis (!)
Aha. Da muss aber jemand einen gewaltigen Knick in der Linse haben.

Vom Hungerhaken zum Poschie

Es fing alles an, als die ersten size zero Models tot vom Laufsteg fielen. Damit wollte nun echt keiner was zu tun haben. Eine Offenbarung jagte die nächste, ich fasse sie mal als „Koksen und Kotzen“ zusammen. „Healthy“ war das neue Ideal.
Keiner von den abgebildeten Frauen in der Grazia wird in den nächsten zwei Wochen tot von irgendeiner Bühne fallen, zumindest nicht, weil sie unterernährt sind. Aber auch keiner dieser Frauen hat auch nur eine klitzekleinewinzigemini Speckrolle. Das sollen sie also sein, die neuen Kurven, das neue A und O der Trendindustrie.

Nach dem (vorübergehend) Schluss war mit size Zero war, kam King Karl mit Beth Ditto um die Ecke. Eine Mischung aus Zirkus, Kunst, Zeitgeist und PR Maschinerie.
Zur selben Zeit, in der Beth über den Laufsteg schlenderte stand ich in einer H&M Umkleide und probierte ein im Dekolleté mit Falten ausstaffiertes, zu kurzes Shirt in einer Farbe, die nicht mal Trend war an und bekam dabei die Krätze, so verdammt gar nicht gut, sah ich darin aus. Soweit, dass es mal ‚Kalle Curvy‘ gibt, geht es dann nämlich nicht. Später setzte er mit einer Entgleisung in einer französischen Talkshow noch eins drauf, aber das ist eigentlich unwichtig.

Dann kam Joan oder war sie davor? Die dralle Sekretärin aus der US Serie „Mad Men“ Ich verehre Christina Hendricks und ihren classy Style sehr, gleichzeitig hätte mir durch den Hype um ihre Person auch langsam dämmern müssen, wo es längs geht.

Auch ihr Typ fällt, ähnlich wie „The Butt“ Jennifer Lopez in diesen Typ von curvy, wie ihn die Männer lieben: an den richtigen Stellen, nämlich am Busen und am Po ordentlich was zum anfassen und der Rest schön fest, schmal und trainiert. Kann auch sein, dass es nicht die Männer, sondern einfach die Mode- und Beautyindustrie ist, die diesen Typ kreieren und den Männern der größer Teil der Optik mal ziemlich egal ist. Kann auch sein, dass die Mode- und Beautyindustrie von Männern geführt wird und sich daher ein Typ durchsetzt, wer weiß das schon so genau.

Das ist jetzt aber nicht schön

Worum es geht ist, der anfänglich eingeschlagene Weg von einer gesunden Frau im Fokus der Öffentlichkeit, wurde ganz schnell in etwas hübsches, knackiges mit ordentlich Sex gepresst. Frauen auf der ganzen Welt kaufen sich jetzt patches und stopfen sich ihren Po aus, lassen sich was einspritzen, machen spezielles Training, und nehmen „Knackpo-Treatments“, wie (Anti-Cellular-Laser) in Anspruch um dort, wo ehemals Haut und Knochen waren, was griffiges zum anfassen zu bieten.

Ich erinnere mich an die Zeit, als das Magazin „Brigitte“ einen Versuch unternahm, mit ganz normalen Frauen ihr Magazin zu bestücken. Ohne Models. Keines auf dem Titel, keines im Heft.

Die gezeigten Frauen, die sich zu mehreren zehntausenden bei Brigitte bewarben, waren diejenigen, aus denen die Träume gemacht sind. Zwar keine Models, aber zum Beispiel die Verlegerin, die mit 44 Jahren täglich Yoga macht, einen tollen Mann hat (Anwalt für Menschenrechte), die vier Kinder liebevoll aufzieht (zwei davon aus ihrer Vor-Beziehung, worüber sie selbstverständlich ein Buch geschrieben hat) und dabei granatenmäßig aussieht. Das war sie, die total normale Frau, wie Du und ich.
Die „dickste“ Frau die das Cover, in der Modelfreien Zeit je gesehen hat, trug übrigens Konfektionsgröße 42.

In meiner Wahrnehmung hatte die Zeitschrift, außer eine kurze Medienaufmerksamkeit, nicht wirklich etwas gewonnen. Was ist hier passiert? Vielleicht sind die Verantwortlichen in so eine „Aber DAS bitte nicht“ Falle getappt. Eine ähnliche Falle, wie die eingangs erwähnte Grazia mit ihrem Kurventitel, in dem allenfalls Kim Kardashian zumindest erkennbare Kurven mitbringt.  Die Ohne-Models-Brigitte hat nach ein paar Jahren wieder auf Profis umgeschwenkt. Die Gründe dafür waren sicher vielfältig und sind mir auch nicht bekannt.
Ich fand diese Umkehr richtig. Es gibt mittlerweile progressive Frauenzeitschriften wie das Missy Magazine, die Brigitte hat da etwas versucht, was sie nicht weiter durchziehen konnte oder wollte und vielleicht auch nicht die Leserschaft dafür hat.

Als ich 2013 exklusiv von dem ersten Plussize Fashion Weekend in London berichtete, hatte mein Sponsor einige Bilder auf seiner Facebookseite veröffentlicht. Da waren sie nun, die Frauen, Models, Vorbilder, die angeblich alles so dringend sehen wollen.
Ich gehe hier nicht auf einzelne Kommentare ein, sondern sage nur so viel, dass über zwanzig davon gelöscht werden mussten, weil sie gegen die Menschenwürde verstießen und die Persönlichkeitsrechte der Models verletzten. Der Satz: „Die fette Sau sieht aus wie schwanger“ war noch der harmloseste darunter. Von dicken Frauen, über dicke Frauen. Herzlichen Dank für diese Offenbarung.

Dies waren einigen Bilder:

Models London 2013

Ihr seht also, es ist gar nicht so schwer, in die „Das ist jetzt aber nicht schön“ Falle zu treten. Jede von uns hat so eine Schranke im Kopf. Ob und wie man sie artikuliert ist sicher noch eine andere Frage und ich kann zur Verteidigung, zumindest der meisten meiner Leserinnen sagen, dass hier auf der Website und auch auf allen angrenzenden Kanälen die Kritik kultivierter abläuft.

Die kurvigen und die dicken

Der neue Zeitgeist hat wenig mit Loslassen, mit zu sich stehen oder eine entspannte Haltung dem eigenen Körper gegenüber zu tun. Es geht auch um Zufriedenheit, aber eben in einem abgesteckten Rahmen und nur dann ist es ok, eine Plus Size zu sein, sonst musst Du eben noch an Dir arbeiten, um in den neuen Rahmen zu passen. Ein Rahmen, der mit dem Namen Die neue Weiblichkeit gefeiert wird und ein neues Schönheitsideal manifestieren soll.

Um es mal auf den Punkt zu bringen: nach dem Arsch von JLo ist Schluss mit lustig. Und wer dann noch maulig ist und sich darüber mokiert, dass dicke Frauen in der Öffentlichkeit nicht stattfinden (dürfen), wird auf Beth Ditto verwiesen. Frei nach dem Motto: da habt ihr doch eure Dicke, was wollt ihr eigentlich?

Jede Zeit hat ihre Schönheitsideale die beinhalten, was gesellschaftlich akzeptierte Norm ist. Dazu gehören Grenzen.
Ich persönlich passe nur in einige dieser Grenzen. Zum Beispiel pflege ich mich, ziehe mich nett an, gehe einer Tätigkeit nach, bin gebildet, kann ein Weißwein von einem Rotweinglas unterscheiden und bin mit, dem Ideal entsprechenden, Beinen ausgestattet. Das Einzige was nicht so ganz passt, ist die Mitte meines Körpers.

Da fragt man sich natürlich was ist schlimmer? Eine Wampe oder zum Beispiel nicht schreiben zu können oder charakterschwach zu sein. Es ist also ein Makel vorhanden. Seltsamerweise hat dieser eine Makel aber eine größere gesellschaftliche Nichtakzeptanz als zum Beispiel ein mieser Charakter. „Ja ist zwar ne Zicke, sieht aber Bombe aus.“ So sind die Menschen. Wir verkaufen ja auch in einem großen Aquarium in Stralsund im Museumsshop Fischkochbücher, aber das ist ein anderes Thema.

Schluss mit lustig

Ich stelle allerings fest, dass auch ich mich beschränke und zwar schon ziemlich lange. Ich mache das, weil auch ich verinnerlicht habe, dass es Dinge gibt, die ich nicht darf. Die Dauerschleife der Modeindustrie, die festlegt, was für mich als dicke Frau gut ist, was ich darf und was nicht, ist auch an mir nicht spurlos vorüber gegangen. Zwar folge ich nicht den Erwartungen flatternde, weite, lange und dunkle Sachen zu tragen, aber frei von den „darf ich nicht, weil zu dick“ bin ich auch nicht.

Am kommenden Sonntag werde ich, ach rechnet es euch selber aus, ich bin Jahrgang 69 und ich habe beschlossen, dass jetzt Schluss ist damit und ich diesen Sommer zu meinem persönlichen „ICH DARF DAS“ Sommer mache. Natürlich ist jede aufgerufen, mitzumachen.

Es wird um Tabus gehen, die uns jahrelang eingetrichtert wurden. Manche von denen sind auch für mich eines, andere wiederum nicht. Armfrei, Bikinis, Streifen, Bauchfrei. Das sind einige der Themen, die direkt nach der Fashionweek starten.

Streifen zum Beispiel: sagt die eine zur anderen im H&M in der Big-Abteilung: naja, musste wissen, sind halt Streifen, weißt ja. Ich frage nach, mit demselben Streifenshirt in der Hand, was sie wohl meinen. Na die machen dick, das weiß doch jeder.
Ich denke so bei mir, das bin ich ja schon, behalte es aber für mich und wundere mich, dass junge Mädels immer noch so einen Schmarrn glauben. Aber hey, tue ich ja auch, wenn auch nicht gerade den, dass Streifen dick machen.

Das ist nicht vorteilhaft

Zu wessen Vorteil? Um wem geht es dabei eigentlich? Das frage ich mich immer öfter und insbesondere dann, wenn ich bei 26 Grad in meinem Zumbakurs schwitze, weil ich ein Shirt mit Arm anhabe. Sieht sonst scheiße aus. Für wen denn bloß?

Diese Website gibt Frauen Hilfestellungen, die nicht so recht wissen, wie sie sich noch kleiden können und das u.a. auch in Form von Figurtypen. Das bietet sich einfach an. Aber diese Website ist auch mal gestartet mit dem Gedanken etwas zu verändern. Akzeptanz zu stärken, Mauern nieder zu reißen, den Horizont (auch den modischen) von molligen Frauen zu stärken.

Als ich 2010 angefangen habe, damals noch mit einem kleinen Blog, war ich für nicht wenige meiner Leserinnen ein Vorbild. Nicht, weil ich so rasend gut aussehe, sondern weil es an Bildmaterial und auch Vorbildern für kurvige Frauen gefehlt hat. An Bildern auf denen Frauen wie mich zu sehen sind, die schöne Sachen anhaben. Eigentlich ging es immer um ICH DARF DAS fällt mir gerade so ein.

Damals schrieb mir eine Leserin – und das hat mich zu Tränen gerührt – dass sie durch mich den Mut gefasst hätte, doch in einem Brautkleid, statt in einem hellgrauen Hosenanzug  (!!) zu heiraten und mehr noch: sie durch den Shoppingführer einen Shop in England gefunden hätte, bei dem sie schlussendlich ein Kleid bestellt und darin geheiratet hat. Das muss man sich auch mal vergegenwärtigen: es gibt Frauen, denen hat man so lange eingeredet, was sie alles NICHT dürfen, dass sie sich fast ihren Mädchentraum vom weißen Brautkleid nicht erfüllt hätten. Nun gut, ich habe ja bisher auch im ¾ Armshirt beim Sport geschwitzt. Wer im Glashaus sitzt, sollte vielleicht selber mal was ausziehen oder so.

So gesehen, hatte die Grazia mit ihrem „Kurventrend“ schlussendlich auch noch ihr Gutes. Die vierstündige Heimfahrt konnte ich nutzen, um nachzudenken und meine Gedanken zu strukturieren. Das geht im Zug immer prima. Am Ende kam dann dabei heraus, dass ich nicht nur etwas schreiben, sondern auch etwas machen möchte.

Hinter dem Buttons verbergen sich die „ICH DARF DAS“ Themen, die schon live sind

dark Cyan ich darf das

 

 

 

 

Über Ulrike Bartos 368 Artikel
Mehr als 15 Jahre Erfahrung in den digitalen Medien, Media Marketing und Kommunikationsprofi. Inhaberin von miss BARTOZ und consulting für digitale Markenkommunikation, Content Marketing, freie Honorardozentin www.ulrikebartos.de

39 Kommentare

  1. Hallo zusammen,
    Mir kommen grad beim Lesen die Tränen weil alles so dermassen zutrift… Leider immer noch. Eine Wampe gilt wohl in den Köpfen vieler als fett, faul und gefrässig.
    Ich ärgere mich aber noch mehr über mich selber, dass ich jeden Blick von ‚Dünnen‘ registriere, die in Richtung meines Bauches gehen. Wenn ich unterwegs bin frage ich mich was das soll, mich abzuscannen und auf meinen Bauch zu glotzen…
    Ich arbeite ständig an meinem Selbstwertgefühl und wünsche mir, dass sich endlich bald das oberflächliche Denken in den Köpfen derer ändert, die die Menschen nur nach ihrem Äusserem beurteilen.
    Ich bin in den Jahren schon mutiger geworden aber es könnte schon noch ein bisschen mutiger werden.
    Weil ich endlich schöne Sachen tragen möchte und mir nicht mehr vorschreiben lassen will was für mich vorgesehen ist, habe ich jetzt sogar meine eigene Boutique für grosse Grössen eröffnet.
    Es gibt viele schöne ausgefallene Knallerteile… Aber du hast mich auf die Idee gebracht, jetzt doch ein paar mehr ‚Ich-darf-das-Kleider‘ mit ins Programm zu nehmen.
    Ich war übrigens kürzlich auf der ‚Curvy is sexy‘ Messe in Berlin und war erschrocken über 2 schlanke Damen die am Verkaufsstand eines grosse Grössen Labels sassen bzw. diesen repräsentieren sollten. Sie beobachteten von ihrem Stand aus die eisessenden runden Frauen und tuschelten eifrig hinter vorgehaltener Hand.
    Ich war geschockt über soviel Dummheit und auch den Widerspruch. Was hatten diese Lästermäuler dort überhaupt zu suchen??
    Dazu muss ich noch anmerken.. Die runden, eisessenden Frauen sahen Hammer aus… Styling, Make up und Alles: perfekt! Und sie trugen enge Kleider in bonbonfarben ;)
    Sie waren bei weitem schöner als diese runzeligen Lästermäuler und hatten eine tolle Ausstrahlung..!

    Liebe Grüsse aus Hannover
    Iris E.

  2. Liebe Miss Bartoz,

    Danke für diesen Artikel, Du sprichst mir in so vielen Punkten aus der Seele! :-)
    Was mich an diesen ganzen Idealen so unglaublich nervt, sind diese riesigen Ansprüche, die an die Körper und das Verhalten gerade von Frauen gestellt werden. Egal ob dick oder dünn, alt oder jung, alles ist nur dann ok, wenn man dabei in einen ganz bestimmten Rahmen passt: Size 0, aber trotzdem gerne den Burger mit Pommes auf dem Teller, Plus Size, aber trotzdem begeistere, cellulitenfreie Sportlerin auf Wettkampfniveau, etwas älter, aber dennoch faltenfrei ohne Botox und stets aktiv. Daraus ein Ideal zu konstruieren, schraubt den Druck noch mehr in die Höhe. Das soll jetzt kein Angriff auf all die tollen Frauen sein, die diese Forderungen einfach von Natur aus erfüllen! (Mädels, ich beneide euch!) Ich würde mir nur einen entspannteren Umgang mit Körper und Seele wünschen. :-)

  3. Oh, wie wahr hier fast alle Meinungen sind. Habe durch zu lange Arbeitslosigkeit leider auch heftig Speck angesetzt (78 kg bei 1,65 Größe). Merkwürdig war nur, dass ich Moppelchen war und meine Schwester, die optisch nicht anders rüberkam aber angeblich weit unter 70 kg lag bei 1,63? (da fällt mir auf, sie hat nie ihr Gewicht verraten), wurde nie als dick bezeichnet. Letzten Sommer hab ich einen Lehrgang gemacht, seitdem wieder nen Job und bis jetzt 10 kg! abgenommen. Ich habe auch letzten Sommer Röcke getragen, nicht zu kurz, bin aber wohl bei einigen damit angeeckt ;-). Ein Kommentar dazu, den ich vor kurzem zu dieser, meiner damaligen, Mode gehört habe: Naja, war ja wohl nicht wirklich passend bei deeer Figur! Und diese junge Frau aus der Familie fällt schon fast in die Kategorie Hungerhaken (und auch sie kann nichts dafür). Durch meine Gewichtsabnahme fühle ich mich jetzt so sauwohl (Sorry wegen dem Ausdruck), dass ich jetzt auch wieder schmale Röcke, enganliegende Shirts und kurze Jacken trage. Und obwohl noch ein kleines Bäuchlein, fast zuviel Hintern und leichte Reiterhosen mein Bild von meinem Körper in meinen Augen herabsetzen (daran arbeite ich noch), sehe und genieße ich doch schon wieder die Blicke der Männer, die scheinbar diese kleinen Problemchen nicht sehen. Und auch das bestärkt mich, das anzuziehen, was mir gefällt und bequem ist und laut Modeindustrie wohl eher der schlankeren Fraktion zugedacht ist. Bin jetzt bei Größe 40/42 (vorher 44/46) und schon sehr zufrieden. Muß aber dazu sagen, dass ich auch schon vorher ein sehr gesundes Selbstbewusstsein hatte, sonst hätte ich einiges letzten Sommer im Schrank gelassen ;-)).

  4. Miss Bartoz schreibt: „Die Dauerschleife der Modeindustrie, die festlegt, was für mich als dicke Frau gut ist, was ich darf und was nicht, ist auch an mir nicht spurlos vorüber gegangen.“

    Andererseits erklärt sie auf der Seite „Über mich“: „Kleidung ist identitätsstiftend. Durch das was wir tragen, transportieren wir unsere innere Einstellung nach außen, zeigen der Welt wer wir sind und modellieren unser Image in der Öffentlichkeit.“

    Wenn einem das klar ist, warum hört man dann darauf, was „die Modeindustrie“ angeblich „festlegt“?

    Und: Wie schafft „die Modeindustrie“ das? Wie erreicht sie, dass selbst offenbar nachdenkende Frauen wie Miss Bartoz sich von solch oberflächlichem Quatsch erreichen lässt?

    • Lieber Peter,

      vielen Dank für Deinen kritischen Kommentar, der etwas anspricht, das sich vielleicht einige fragen.
      Wenn Du durch die Warenhäuser gehst dann schaue mal in der XL Abteilung rein dann siehst Du, was ich meine. Dort hängen ganz andere Sachen, nämlich die, die man für uns vorgesehen hat. Es gibt von diesem Anbieter dann auch NUR dies und nichts anderes.
      Dass Kleidung identitätsstiftend ist, stimmt in dem Zusammenhang, nicht das tragen zu dürfen was man möchte, ebenso sehr und das ist das Drama daran.

      Wenn solche Dogmen sein Leben lang so trainiert und die Realität eben so aussieht, wie zum Beispiel in den Warenhäusern, glaubt man eines Tages, die hätten Recht.
      Trotzdem ich mich (dem Onlinehandel sei dank) so kleide, wie ich es möchte und jeder anderen Frau dabei zur Seite stehen möchte, gab es auch bei mir Tabus. Das habe ich erkannt, zum Beispiel als ich mit langem Shirt im Hochsommer in meinen Sportkurs gegangen bin. Ein „das geht doch nicht“ hatte also auch ich verinnerlicht.

      Bei 28 Grad eingemummelt Sport zu machen, weil ich meinte, das gehört so, ist bescheuert. Ich fand die Erkenntnis, warum ich das tue, aber vor allem erstaunlich. Dachte ich doch, dass ich total frei von solchen Diktaten lebe.
      Und wenn ich das schon denke, wie viele quälen sich dann vielleicht noch? Die Kommentare, Mails und vielen Verlinkungen auf diesen Artikel, zeigen mir, dass es eine ganze Menge sind.

      Dieser Artikel wird mittlerweile in zig Foren diskutiert und ich bin gar nicht sicher, ob ich das, mal abgesehen davon, dass es meinen texterlichen Fähigkeiten schmeichelt, gut oder traurig finden soll.

      Aber zurück zu Deinem Kommentar, konnte ich Deine Frage nach dem Widerspruch etwas beantworten?

      Herzlichst,
      Ulrike & miss BARTOZ

      • Liebe Ulrike,

        danke für deine ausführliche Antwort – der Widerspruch ist damit aufgelöst. :-)

        Ich habe deinen Artikel durch eine Verlinkung bei Facebook gefunden, auch dort wird er wohlwollend diskutiert.

        Liebe Grüße,

        – Peter

  5. Superartikel! ganz herzlichen Dank!
    Ich trage 44/46 und mein Mann kriegt jedesmal die Motten, wenn er mit mir einkaufen geht. WARUM muss eine Frau die Kurven hat solche Säcke tragen? WARUM glaubt die Industrie, dass dickere Frauen auch gleichzeitig wachsen und T-Shirts dann bis zu den Knien gehen müssen?
    WARUM hat Mode in 44/46 eine Brustweite von max. 104 cm?
    Diese Fragen stellt mir mein Mann! Ich kann sie leider auch nicht beantworten.

  6. „Wampe“ und „weibliche Kurven“ sind meines Erachtens nach zwei völlig unterschiedliche Dinge. Es ist mir unverständlich, wie die Medien das so durcheinander werfen können…
    Ich selbst bin ein Birnentyp und froh darum, das ist gesellschaftlich eher akzeptiert als der arme Apfeltyp.

    Ich denke, jeder Mensch sollte tun und lassen und tragen, was ihm gefällt. Ob man sich der „Mode“ unterwirft muss einfach jeder für sich selbst entscheiden.
    Ich denke aber, dass viele „Dicke“ eh schon gehänselt werden, und wenn sie dann sehr sehr wenig Stoff tragen, dies noch schlimmer wird. Von daher kann ich es absolut nachvollziehen, wenn sie es lieber nicht tun. Wer nicht das Selbstvertrauen für wenig Stoff hat, sollte es lassen, um das eigene Seelenheil nicht zu riskieren.

    Was ich bei „DU DARFST! Tu es einfach! “ leider nie lese,

    ist der Appell „du darfst auch einfach den Frust vergessen, deine Ernährung umstellen, Sport treiben und dünner werden“.

    Klar wird man nie so schlank wie die Mode-Modells… aber man tut seinem Körper doch etwas besseres, wenn man gesünder lebt, anstatt sich knappere Kleidung zu kaufen.

    Meine Mama hat es dank Reduzierung von Kohlenhydraten geschafft, in einem guten halben Jahr 21 kg abzunehmen (jetzt knapp < 100kg). Sie ist da unglaublich stolz drauf. Klar bleibt da noch die faltige Haut zurück… aber das Lebensgefühl steigt dafür um ein Vielfaches !
    Und wenn man sich DANN knappere Kleidung kauft, in der man sich toll fühlt und die Sachen stolz wie Oskar trägt… dann ist auch ein Ansporn da, das neue Wohlfühlgewicht zu halten :-)

    • [Zitat]Was ich bei “DU DARFST! Tu es einfach! ” leider nie lese,

      ist der Appell “du darfst auch einfach den Frust vergessen, deine Ernährung umstellen, Sport treiben und dünner werden”.[/Zitat]

      Entschuldigung, aber das treibt mir jetzt nun wirklich die Lachtränen in die Augen.

      Ich meine, es freut mich für Deine Mutter, dass sie persönlich sich jetzt wohler fühlt. Aber es ist nun wirklich nicht so, als würde uns Dicken im Allgemeinen nie jemand sagen, „heh, du darfst auch abnehmen“.

      Abnehmen „dürfen“ (sprich: müssen/sollen) wir immer, und erst *dann* „darf“ frau auch kurze Kleidchen tragen, ins Freibad gehen, mit dem gut aussehenden Nachbarn flirten, die neuen Bewerbungsfotos machen, etc. Wie wär’s denn, wenn wir den Frust einfach vergessen und und trauen, was wir machen wollen, ganz egal, ob wir abnehmen oder nicht?

      Es hängt eine millionenschwere Industrie an der Abnehmfrage — es gibt Studien darüber, mit wie vielen negativen Botschaften bzgl. Aussehens und Körpergewichts wir täglich bombardiert werden. Und da meinst du, niemand gibt uns Tipps, dass wir Abnehmen „dürfen“?

      In der Parallelwelt möchte ich auch gerne leben!

  7. Liebe Miss Bartoz,

    ein sehr schöner Artikel. Ich habe auch in diesem Jahr für mich beschlossen, dass ich ein paar Sachen darf, die ich mich bisher nicht getraut hab. Ich habe begonnen Röcke zu tragen, das habe ich mir bisher immer verboten, weil gerade meine Waden sehr dick sind, allerdings bin ich irgendwie auch zu der Einsicht gekommen, dass sie immer noch genauso dick sind, wenn ich eine Hose anhabe. ;) Insbesondere mein Freund hatte aber auch großen Einfluss, weil er mich in Hosen einfach unmöglich findet. Das hat mich zutiefst erschüttert, weil Hosen sonst immer erste Wahl waren. Manchmal wird es eben Zeit mal einen anderen Blick auf sich zu werfen.

  8. Hallo,

    ich bin auch dick und trage 54+. Aaaaber – ich hatte noch nie ein solches Dekollté (obwohl ich mittlerweile an der Brust operiert wurde – keine SchönheitsOP…) und das finde ich toll. Und meine Kleidung ist immer farbenfroh, weil ich selbst ein optimistischer Typ bin und in schwarz gekleidet aussehe, als würde ich auf eine Beerdigung gehen. Leider wurde mein Selbstbewusstsein oft auf die Probe gestellt. Frühere Nachbarn haben meine Eltern angehalten und gefragt, ob ich schwanger wäre. Nein, ich bin nur dick. Und die Pfunde, die ich mir von etlichen Jahren vor Kummer angefressen habe, weichen jetzt natürlich auch nicht mehr so leicht…

    Liebe Grüße

  9. Hallo liebe Miss Bartoz,
    wirklich ein toller Artikel und er spricht mir aus dem Herzen. Ich könnte jedesmal brechen wenn ich diese „Yeaaaah auch Filmstars sind jetzt kurvig“ Artikel in Zeitungen lese. Gut, Frauen bestehen endlich wieder aus Arsch und Titten aber was implizieren denn diese Artikel? Hier guck mal diese schlanke Frau hat Kurven = diese Frau ist dicker als das vorherige Schönheitsideal = wenn du dicker als diese Frau bist du richtig dick und wenn du gar Gr. 42 hast bist du Biiiig biiig Plus Size.
    Eine Modemarke die beliebt bei Jugendlichen ist macht jetzt Plus Size…die Bilder zeigen ein unheimlich sinnliches Model, kurvig, tolle Beine, kein Pläutzchen, einen runden Pöppes und einen hübschen Vorbau. Alles knackig. So…und jetzt kommt die Frau in Größe 46. Seht euch heute mal die Kommentare zu Sendung Shopping Queen auf Gesichtsbuch an….da wird gemeckert das die ihre Beine zeigt. Wie zum Teufel kann sie nur??? Was fällt ihr ein? Wo ist die Burka mit der sie sich bitte verschleiern soll? Dieser ganze Mist zeigt den Leuten..sooo die gute Dicke sieht bitte so aus…die böse Dicke geht bitte zurück in die Schleierabteilung. Ich hab genug von dieser perfekten Medienwelt..könnte jedesmal kotzen. Natürlich siehts schön aus..aber verkauft doch den Leuten nicht eine schlanke Frau als Plus Size Model.

  10. Super Super! Es spricht mir aus der Seele! Besonders hat mir die Sequenz gefallen, als Brigitte mal Fotos mit „normalen Frauen“ machte. Das trifft so den Nagel auf den Kopf. Ich lese die Zeitschrift seit langen Jahren nur noch im Wartezimmer. Seit ich in meinen Teenyjahren von meiner Familie dahin gebracht wurde, die Brigitte-Diät zu machen. Ich wollte damals Diät machen, weil ich 62 kg wog und gern 57 kg wiegen wollte…jetzt wiege ich 114 kg….. und habe mich lange dieser Tyrannei unterworfen. Liebe Mizz Bartoz, mach weiter. Dein Blog ist so klasse! Ich hoffe, noch viele so treffende bissige Kommentare zum Zeitgeist zu lesen! Dein Fan Sabine, liebe Grüße

    • Ich habe damals auch mit großer Spannung auf die „neue“ Brigitte gewartet.Endlich „normale“ Frauen sehen, Inspirationen für mich. Ich weiß nicht mehr, was dann nach den ersten Ausgaben größer war – die Enttäuschung oder das Entsetzen.
      Keine der gezeigten Frauen hatte annähernd etwas, das man als durchschnittliche Biographie bezeichnen könnte: Forscherinnen/Managerinnen mit aufregendem Berufsalltag und mindestens 4 Kindern, die sie problemlos managen und aufziehen, Frauen, die in ihrer Freizeit herausfordernde Hobbies haben – mal eben den Himalaya besteigen und dabei noch perfekt aussehen und durchtrainiert sind.
      Ich hätte mir realistische Bilder gewünscht. Frauen, mit denen ich mich tatsächlich identifizieren kann.
      Das Brigitte-Abo ist längst abbestellt.

  11. Hi!
    Du sprichst mir sowas von aus der Seele, dass kannst Du Dir nicht vorstellen! Ich hab die Grazia auch gelesen und dachte nur: WTF? Es gibt echt Schlimmeres auf der Welt, als sich von irgendwelchen (welchen?) Zwängen diktieren zu lassen, was Frau tragen darf/sollte und was nicht. Wenn ich mich in Tank-Top wohlfühle, dann fühle ICH MICH wohl und wers nicht mag; bitte, steht Euch jederzeit frei, woanders hinzu gucken! Leiderleider habe ich diese Selbstsicherheit jetzt erst mit 40 erlangt und wünschte mir, ein kleiner, dicker Engel hätte mir dies mit Anfang 20 zugeflüstert! Ich muß mich echt manchmal zusammenreißen , um nicht jedem dicken Mädchen in bauchfreien Shirt und Shorts um den Hals zu fallen und zu sagen: You go, girl!! Ich hoffe, es gibt noch eine Menge von diesen Momenten!
    LG,
    Jay

  12. Hallo,

    Bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen, habe diesen Beitrag sehr interessiert gelesen und er hat mich bewegt, erstmals etwas zu kommentieren.
    Einerseits teile ich den Inhalt, was die Modeindustrie und auch die Medien als richtig, schick und schön kommunizieren.
    Andererseits sehe ich, dass immer nur Wert auf das Äußere gelegt wird.
    Letztendlich ist nicht die Kleidung ausschlaggebend für ein gesundes Selbstbewustsein. Mir persönlich sind die Körpermaße eines Menschen egal. Jeder ist für sich selbst verantwortlich – in jeder Hinsicht und ich maße mir nicht an, darüber zu urteilen. Ich mag Menschen, die ehrlich sind (nicht mehr Schein als Sein), Wärme und Herzlichkeit ausstrahlen, mit denen ich mich auch über mehr als Kleidung, Klatsch und Tratsch unterhalten kann. Die sich nicht nur mit sich selbst beschäftigen, sondern auch mal hilfreich dem Menschen neben sich -uneigennützig- beistehen. Diese Menschen gibt es in allen Konfektionsgrößen.
    Viele Menschen sind oberflächlich und wollen auch das sie so gesehen werden. Wichtig ist doch, dass ich mit mir im Einklang bin und das hat mit Kleidung nichts zu tun.
    Für mich gilt der Grundsatz: Ich dränge niemandem meine Einstellung und Haltung auf- im Gegenzug lasse ich mich auch von äußeren Beeinflussungsversuchen (Bunte Zeitungen oder Medienberichten, sowie die passenden Sendungen im Fernsehen) nicht beeindrucken. Sie langweilen nur. Meine Energie benötige ich für mich, meine Familie und meine Mitmenschen.

    Jeder Mensch ist wertvoll und kann sich selbst lieben und geliebt werden.

    Und zum Schluß noch ein Satz.
    Du darst nicht nur diesen Sommer, nein du darfst dein ganzes Leben lang leben wie du möchtest.

    Lieben Gruß

  13. Danke für diesen tollen Beitrag. Ich kann nur sagen wartet nicht bis… mit irgendwelchen Dingen. Tut sie jetzt, sonst tut ihr sie nie. Liebe Grüße Marion die mit Kleidergröße 52 und Ödemen an Beinen und Oberarmen rotzfrech ind Freibad geht und tut was sie will.

  14. Danke für den Artikel!

    Wobei ich mich oft selber dabei ertappe, daß ich denke… damit siehst du dick aus.
    Und das war eine Entwicklung in mir, zu sagen: Ja, du bist ja auch dick.
    Und jetzt zieh an, worauf du Lust hast!
    (Klappt inzwischen auch ganz gut und da ich die meisten meiner Sachen selber nähe, kann mir auch keine Modeindustrie vorschreiben, ob ich im Sommer Ärmel tragen muß oder nicht. ;-) )

  15. Ein toller Artikel! ♥

    Ich habe noch nie verstanden, warum Oberarme immer bedeckt sein sollen, außer man friert…

    Eine frühere Kollegin sagte auch mal, dass es egal ist, ob sie sich WalleWalle-Kleider anzieht oder etwas Figurbetontes, das sie dick ist sieht sowieso jeder.

    Das ist mir immer im Gedächtnis geblieben.

    Alles beginnt nur in unseren Köpfen.

    Meiner spinnt auch oft, aber trotzdem habe ich mir Shorts gekauft und find die diesen Sommer echt toll zur Leggins ( weil ich IMMER friere ).

    Bin gespannt auf deine weiteren Berichte, denn genau DAS will ich doch lesen, wie andere sich aus den Zwängen befreien.

  16. Liebe Ulrike,
    sehr guter Beitrag! Klasse geschrieben. Ich freu mich über die klaren und wahren Worte und bin gespannt, was Du uns hier so präsentieren wirst.
    Liebe Grüße
    Kirsten.

  17. Den Spruch „Dick wird jetzt Trend“ gab es sogar schon in den Siebzigern. Das war und ist regelmäßig eine Mogelpackung. Gerne genommen auch in Form des Hypes um eine dicke Schauspielerin oder Medienfrau, wobei man fast die Uhr danach stellen kann, dass diese, sobald der wirkliche Durchbruch da ist, beginnt abzunehmen. Roseanne, Beth Ditto, Tine Wittler …

    Dennoch, seit einigen Jahren tut sich wirklich was. Glücklicherweise. Aber das geschieht nicht, weil irgendwelche Redakteure einen Trend ausrufen, sondern trotz aller Pseudohypes, die mit der nächsten Diätstrecke wieder vergessen sind. Dicke Frauen sind es schon lange leid, aber dank Blogs, Tumblr und Youtube können sie sich jetzt endlich bemerkbar machen. Ohne die Internetrevolution wäre das neue Selbstbewusstsein nicht so ansteckend und die vielen schönen, neuen Kleider für Dicke wären auch nicht denkbar. Denn im Prinzip gibt es Plussize Mode schon sehr lange. Sie war nur anders.

    Bilder haben eine große Wirkung. Je mehr tolle, attraktive, schicke dicke Frauen wir sehen, desto mehr finden sich auch darunter, die genau unser ureigenstes „Problem“ teilen. Und trotzdem genial aussehen. Das hilft enorm dabei, dass wir uns selbst akzeptieren können. Ich jedenfalls sehe z.B. Videos der Full Figured Fashion Week mit großer Begeisterung. Die Models sind toll anzuschauen, auch wenn ich viele Outfits selbst nicht tragen würde. Aber das geht „normalen“ Frauen mit der Mode vom Laufsteg auch nicht anders …

    Viele Grüße
    Ursula

  18. Liebe Ulrike,
    danke für diesen Artikel!
    Ich freue mich auf viele neue Anregungen von Dir!
    Du hast absolut recht, wenn die Medien eine Promi-Frau jetzt als „kurvig“ bezeichnen, wundere ich mich auch manchmal, wo bei der die Kurven eigentlich sein sollen, bzw, es werden nur „Eieruhr-Figuren“ akzeptiert (vielleicht sollten wir alle wieder zum Korsett zurückkehren? Pfui, das war jetzt sarkastisch!).
    Ich glaube, es ist höchste Zeit, dass wir uns endlich von den ganz Zwängen freimachen und das tun, was WIR wollen.
    Liebe Grüße, Julia I.

  19. Hallo und vielen Dank für den tollen Artikel. Du sprichst einem aus der Seele.

    Mit knapp 50 Jahren habe ich es gott sei dank gelernt, mich von den Ansprüchen und Anfeindungen anderer abzugrenzen. Mir ist es egal, wie andere mich und mein Aussehen finden. Das soll nicht heißen, dass ich in Sack und Asche herumlaufe. Sondern nur in Kleidung, die „ich“ schön und bequem finde…

    Als Krankenschwester sehe ich jeden Tag Menschen, die nicht dem Normmaßen entsprechen. Da laufen in Überzahl zu große, zu kleine, zu dünne, zu dicke, haarige, pickelige, hühnerbrüstige, krummbeinige, triefnasige usw. Menschen durch das Leben und fühlen sich mehr oder weniger gut dabei.
    Am schlimmsten finde ich diejenigen, die sich selbst kasteien und normgerecht aussehen wollen. Zwar dünn, aber unglaublich verbiestert überziehen sie ihre Umgebung mit Häme und Spott. Tja, manche haben so ein schlechtes Selbstwertgefühl, dass sie sich nur erhöhen können, indem Sie andere herunterputzen. Siehe Kommentare zu den Bildern, das kommt dabei heraus.

    Da ist mir Kollegin Elke tausendmal lieber, die drall und gut gelaunt von Chorabenden und Saunatagen erzählt und ihren Möhrensalat und eine Tüte Gummibärchen auf den Tisch stellt mit den Worten “ Kinners, ist das wieder lecker!“.

    Herrlich entspannte Sommergrüße
    Sibylle

  20. Hey, wow, da ist sie wieder!

    Schön, dass du wieder da bist!

    Dein Blog hat sich in der letzten Zeit verändert. Ich vermisste die Miss Bartoz, die zum zweitausendsten Facebook-Fan Packpapier bemalte und sich damit fotografieren lies. Ich vermisste die Miss Bartoz, die mutig Fotos aus allen Lebenslagen postet. Die sich klar positioniert. Die sich zeigt. Mit allem, was da ist.

    Schön, dass du wieder da bist! Deine Wut steht dir!

    ;-)

  21. Dieser Text ist so gut, den sollte man in Stein meißeln und ihn in der Form den Herren Lagerfeld, Joop u.a.um die Ohren hauen.

  22. Danke für diesen Artikel! Ich bin hier normalerweise nur eine der vielen „Lurkerinnen“, die lesen, aber nicht kommentieren. Aber dafür gibt’s jetzt Spontanapplaus.

    Du sprichst mir da aus der Seele – das ewige „Ich darf das nicht!“ und „ich sollte aber nicht…“ und „da sehe ich doch sch**e aus“ geht mir inzwischen so was von auf die Nerven. Und es wird auch unabhängig vom tatsächlichen Gewicht der Frau praktiziert, wobei wir Dicken am ehesten die volle Breitseite abkriegen.
    Ich schließe mich da auch selbst nicht aus: Ich habe mich auch gerne selbst runter gemacht , als ich noch ca. Kleidegröße 38/40 hatte (lang, lang ist’s her).

    Ich wünschte, wir würden alle mal aufhören, entweder über uns selbst oder über andere Frauen (egal ob dick oder dünn) herzuziehen. Stattdessen: Mut zum selbstbewussten Wagnis für uns, Komplimente für die anderen. Das wär doch mal was.

  23. Wow! Danke! Darf ich diesen Beitrag bei mir verlinken? Bitte?

    Liebe Grüße vom Schäfchen, das unter anderem mit Hilfe deines Blogs am eigenen Selbstwert- und Körpergefühl arbeitet :)

  24. Wow, was für ein Artikel, und mir laufen die Tränen runter weil sich so viel Wut über diese Tatsache- dass Frau doch bitteschön unauffällig sein soll wenn schon dick- aufgestaut hat.
    Durch deinen Blog hab ich das erste Mal Mut gefasst auch mal Kleider zu tragen und was passiert, meine (sehr schlanke Mutter) schaut missmutig auf meinen Bauch und verkneift sich zwar den bissigen Kommentar und schaut bei jeder Gelegenheit wieder auf die nicht mehr Blick geschützte „Wampe“.
    Ich ziehe ein enges Shirt an um auszugehen, meine Freundin schaut mich die ganze Zeit von der Seite an und ich fühle mich so unwohl dass ich mir vornehme das nicht mehr zu tun.
    ABER WARUM???
    Vielleicht sind diese Frauen auch unsicher und ich lasse mich irritieren, vielleicht sollten einfach mehr Frauen ihre Körper betonen und sich zeigen, das fehlt total! Vor allem hier in der Schweiz grenzt es an ein Verbrechen wenn Frau sich weiblich anzieht, geschweige denn eine dicke Frau – bewahre!
    Du siehst es wühlt mich ganz schön auf.
    Ich bin dabei, freue mich auf die “ ICH DARF DAS “ Zeit!
    Danke für deine Worte!!

    • Hallo Susanne,
      ich glaube, dass ist nicht nur in der Schweiz so, dass „die Allgemeinheit“ der Meinung ist, dass alle Frauen, die keine Model-Maße haben, sich am besten passend zur Tapete hinter ihr anziehen sollten. Das sehen leider sehr, sehr Viele in Deutschland genauso… Und ich habe in meinem Bekanntenkreis leider festgestellt, dass sehr viele Frauen es leider auch verinnerlicht haben (und die meisten lesen leider auch keine Plus SIze Blogs).
      Ich selbst bin jetzt, nach etwas mehr als einem halben Jahrhundert Lebenszeit und anderthalb Jahren intensivem Blog-Schmökern, endlich soweit, dass ich anfange, aus dem „ich-kann-das-nicht-tragen -wie-sieht-das-denn-aus!?“ rauszukriechen.
      Und auch ich freue mich darauf, hier noch viel mehr Anregungen zu kriegen!
      Liebe Grüße aus Hamburg
      Julia I.

2 Trackbacks / Pingbacks

  1. Sommer, Sonne, Freiheit - Kleidung für die dicke Hitze
  2. Bikini Übergröße und dann an den Strand? Ich darf das.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*